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Samstag, 10. Januar 2009, 13:17

Verena Jaggi – Kunz, lic. phil. Psychologin Adipositas- ein Fall für die Psychiatrie?

Adipositas- ein Fall für die Psychiatrie?

Adipositas ist unbestritten eine Krankheit mit schweren körperlichen und psychosozialen Folgen.

Antworten auf die Frage, wie adipösen Menschen am besten geholfen werden kann, sind verbunden

mit unterschiedlichen Stereotypen, mit welchen Adipöse in unserer Gesellschaft belegt werden. Wer

diese als .genetisch Benachteiligte. sieht, denkt wohl am ehesten an medizinisch-somatische

Hilfestellungen wie Medikamente und Chirurgie. Wer davon ausgeht, dass Adipöse .Falschesser. und

.Bewegungsmuffel. sind, wird diesen wohl ein Diät- und Bewegungsprogramm nahe legen wollen. An

Psychotherapie denkt meist erst, wer entweder keine Hemmungen hat, Adipöse als .psychisch

gestört. zu stigmatisieren. Oder aber, wer davon ausgeht, dass nicht jeder Adipositas gleich, sondern

deren Entstehung und deren weiterer Verlauf Ergebnis eines Entwicklungspfads ist, bei welchem

biopsychosoziale Faktoren in unterschiedlichem Ausmass zusammenwirken können. Deshalb wird

diese Person auch nicht Psychotherapie als alleinige Behandlungsstrategie empfehlen, sondern

davon ausgehen, dass die interdisziplinäre Herangehensweise die besten Behandlungsergebnisse

hervorbringt.



Die meisten Adipösen haben keine psychische Störung, jedoch sind sie häufiger psychisch belastet

als Normalgewichtige, wobei die Häufigkeit psychischer Störungen bei 40-50% liegt. Gewisse

Essstörungen wie die Störung mit Essanfällen oder das Night Eating Syndrome sind bei

Übergewichtigen häufiger als bei Normalgewichtigen. Weitere Probleme im Bereich Essverhalten bei

Adipösen betreffen das sog. .sweat eating., das ständige Zwischendurchessen (.Grasen.) aber auch

häufigere ungesunde Gewichtsreduktionsversuche sowie eine rigidere Kontrolle des Essverhaltens.

Psychische Beeinträchtigungen wie tiefer Selbstwert, höhere Unzufriedenheit mit dem Körper, Defizite

in der Emotionsregulation, mehr negative Emotionen und tiefere psychische Lebensqualität sind bei

klinischen Populationen Adipöser nachgewiesenermassen häufiger.



Obwohl sich die psychische Befindlichkeit Adipöser durch eine alleinige Veränderung des

Essverhaltens oder des Gewichts mithilfe eines Ernährungsprogramms oder Adipositas-Chirurgie

teilweise verbessern kann, stellen diese Massnahmen für übergewichtige Menschen mit einer

psychischen Störung oder schwerwiegenderen psychischen Problemen keine ausreichende Lösung

dar. So kommt es bei dieser Gruppe nachgewiesenermassen zu vermehrten Behandlungsabbrüchen,

mehr Rückfällen, geringeren Gewichtsabnahmen und geringeren Veränderungen im Essverhalten,

teilweise sogar Aggravierung bestehender Essstörungssymptome und Neuauftreten pathologischer

Probleme des Essverhaltens.

Eine Kombination von Ernährungsberatung und Bewegungsförderung mit Psychotherapie wird daher

als sehr bedeutsam für den Therapieerfolg angesehen. Auch ohne komorbide psychische Störungen

werden mit dieser Kombination die besten langfristigen Behandlungserfolge bei Adipositas erreicht,

weshalb die empfohlene Basistherapie bei Adipositas alle drei Bestandteile (Verhaltenstherapie,

Ernährungsberatung und Bewegungstraining) enthält.

Gemäss europäischer Richtlinien für die Adipositas-Chirurgie setzen Übergewichtsoperationen

psychische Stabilität voraus, weshalb vor Einleitung dieser Massnahmen Psychotherapie ebenfalls

notwendig sein kann. Sofern nach der Operation neue psychische Probleme, beispielsweise

Essstörungssymptome, auftreten, kann auch hier die Psychotherapie einen wichtigen Beitrag zu

einem verbesserten Verlauf leisten.


Verena Jaggi – Kunz, lic. phil. Psychologin
Privatklinik Wyss AG
Fellenbergstr. 34, CH-3053 Münchenbuchsee
mailto:v.jaggi@privatklinik-wyss.ch
http://www.privatklinik-wyss.ch

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Montag, 12. Januar 2009, 13:35

RE: Adipositas- ein Fall für die Psychiatrie?

Hallo Baba

Wie wahr, wie wahr!!

Es ist im übrigen auch meine Erfahrung eine Kombination zwischen EB, Physiotherapie, Arzt, (Chirurg/Internist/Endokrinologe) Psychologe oder Psychiater wohl die beste Voraussetzungen bieten. Doch bis man soweit eine Kombination aller vergeht leider viel Zeit. Denn es gibt noch zuviele Hausärzte, die es sehr einseitig sehen mit dem Abnehmen. Glaube deshalb, dass nur wenige diesen Weg finden werden und aber auch nur mit viel Glück und nicht in der Resignation zu versinken, sondern die kämpferischen Seiten in sich zu stärken und brauchen.

Wie wird wohl dieses aussehen in Zukunft?

N.B. Vielleicht hast du gerade in den Nachrichten gehört, was neu geplant ist, in Bezug auf kostensenkende Massnahmen. Muss mich da noch schlau machen.

Danke für deinen Beitrag. Finde es wirklich toll, dass man versucht auch solche Berichte zu bringen.

Liebe Grüsse
Signatur von »flipper« Euer
Flipper ;) ;)
:flummi:
Beginn Konservative Abnahme Aug.04 BMI 52
Ops am 30.5.08 BMI 40
13.9.08 BMI 33 und UHU
10.1.09 BMI 30
15.3.09 BMI 29
28.3.14, Bypassrevision

30.1.12 BMI 32 :down1:
11.2.12 BMI 31 :up1:

=) =) =) =) =)